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heartrates im Trailrunning Magazin #5/2016

Wir freuen wir uns über die Veröffentlichung "Biofeedback" in der Ausgabe (Sept./Okt. 2016) des Magazins "Trailrunning Szene - das Offroad Laufsport Magazin aus Österreich":

 

(Auszug)

Ziele von BIOFEEDBACK

• Erkennen von Zusammenhängen und Wechselwirkungen (Gedanken, Gefühle, Körperreaktionen)

• Beeinflussung physiologischer Prozesse, die sich negativ auf körperliche oder psychosomatische
Beschwerden auswirken.

• Erlernen wirksamer Werkzeuge zur Selbststeuerung in Zeiten von Anspannung, Erschöpfung und Stress.

Was ist Biofeedback?

BIOFEEDBACK ist ein wissenschaftliches Verfahren, bei dem über ein eigenes Gerät mit Bildschirm körperliche und psychische Vorgänge – sowohl grafisch als auch akustisch – in Echtzeit rückgemeldet werden können. Nicht oder nur teilweise wahrgenommene Körpersignale können auf diese Weise sichtbar und bewusst gemacht werden. Kurz, das Biofeedback-Training schärft die Eigenwahrnehmung und trainiert die willentliche Kontrolle über ansonsten unbewusst ablaufende Körperfunktionen. (...)

Aber auch im Sport etwa stellen Selbstzweifel, psychische Anspannung, diffuse Ängste oder mangelnde Motivation vor Wettkampfsituationen alles Andere als eine Seltenheit dar. Die Psyche gibt bekanntlich vor dem Körper auf – und psychoemotionale Spannungen fu?hren ihrerseits zu körperlichen Reaktionen, die sich auf die Leistungsfähigkeit negativ auswirken. So kann bei unter Konzentrationsproblemen leidenden Sportler:innen beispielsweise BIOFEEDBACK dabei helfen, besser zu fokussieren und sich trotz Lärm oder anderen äußeren Reizen weniger ablenken zu lassen. Mittels eines technischen Verfahrens also, welches neuronale Netze neu knüpft, werden Fokus und Zielgerichtetheit quasi spielerisch wiedererlangt.

Auch nach Sportunfällen kommt es häufig vor, dass die Betroffenen regelrecht „traumatisiert“ sind und schon bei der Vorstellung, wieder in den Sattel zu steigen (Triathleten, Rennradfahrer, Mountainbiker etc.) bei ihnen inadäquate Stressreaktionen ausgelöst werden, die sich erheblich auf ihre Leistung auswirken. Über ein Wahrnehmungstraining führt BIOFEEDBACK zu einer Erhöhung der Selbstkontrolle. Es erhöht die Motivation, auf ein gewisses Ziel hin zu arbeiten, und steigert die Selbsteffizienz.

Was wird gemessen?

Mithilfe von BIOFEEDBACK wird die Anspannung verschiedener Muskelgruppen gleichermaßen gemessen wie Herzfrequenz, Atmung, Hautleitfähigkeit, Hauttemperatur, Blutdruck oder periphere Durchblutung. Zum Einsatz kommen je nach Bedarf verschiedene Sensoren wie der Multisensor, Atemsensor, EMG-Sensor oder der Vasosensor. Die Methode ist nicht invasiv, Klient:innen sitzen oder liegen abhängig von der Art der Übung.

Wie auch schon bei der Messung der Herzratenvariabilität (HRV) – die obendrein auch den Schlaf aufzeichnet und detailliertere Auskunft gibt über Stärken und Schwächen, persönliche Ressourcen, Regenerationsfähigkeit und Vitalität, biologisches Alter, Leistungspotenzial und Burnout- Risiko u. v. m. – wird bei BIOFEEDBACK die Aktivität des vegetativen bzw. autonomen Nervensystems unmittelbar gemessen, wie gesagt, in Echtzeit.

Im autonomen Nervensystem (vegetatives Nervensystem / Vegetativum) sind sowohl unser Leistungsnerv Sympathikus, als auch unser Entspannungsnerv Parasympathikus (Vagus) aktiv. Insbesondere bei Stress und der Bewältigung von Stress sind die Balance oder Dysbalance dieser beiden Akteure von größter Bedeutung. Körperlich nämlich pendeln wir unentwegt zwischen Aktivierung und Regeneration, und zwar – je effektiver, desto besser für unsere Gesundheit!

Adäquate Stressreaktion

Der sogenannte Hautleitwert (SCL, Skin Conductance Level) reagiert bei Stress unmittelbar und ist somit ein idealer Indikator für die innere Anspannung. Ein BIOFEEDBACK Stresstest bildet in Echtzeit ab, wie der Körper auf reale Stressoren (z. B. Kopfrechnen, Lärm u. ä.) und imaginierte Stressoren (z. B. Wettkampfstart) reagiert. Entscheidend ist nicht nur, wie schnell sich unser Körper nach der jeweiligen Stresseinwirkung erholt, sondern auch, ob sich „Aufwand“ und „Nutzen“ die Waage halten – wie viel körperliche Anspannung brauche ich beim Wettkampfstart tatsächlich und wie lerne ich, lockerer an den Start zu gehen? Der Verlauf des Hautleitwerts im nachstehenden Bild zeigt eine angemessene Stressreaktion: unter Stress steigt der SCL, bei Entspannung sinkt er.

Inadäquate Stressreaktion

Der Verlauf des Hautleitwerts im Bild unten zeigt eine inadäquate Stressreaktion: unter Stresseinwirkung steigt der SCL, in den Entspannungsphasen bleibt er ebenfalls hoch. Mittels BIOFEEDBACK lernt man, die eigene Stressreaktion willentlich zu beeinflussen und trainiert den Transfer in den Alltag.

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